Handversponnene

Wolle

Wolle ist die am häufigsten verwendete Faser für Webteppiche,
weil sie im ganzen Orient vorhanden ist. Schafwolle wird vorgezogen,
doch findet auch Ziegenwolle Verwendung. Für die Teppichproduktion
sind drei Arten von Schafrassen wichtig: Das Merinoschaf, das
Crossbredschaf (Kreuzzucht) und das Cheviotschaf.
Unterschiede in der Qualität und im Erscheinungsbild ergeben
sich aus der Schafrasse und den klimatischen Verhältnissen,
unter denen die Tiere leben.

Hochlandschafe geben durch Klima und Vegetation eine
bessere Wolle als Schafe aus milden Klimazonen. Das Alter der Tiere
beeinflusst die Qualität ebenfalls. In jungen Jahren ist die sogenannte
„Wolligkeit“ besser. Ausreichende Widerstandskraft erhält sie jedoch
erst nach dem ersten Lebensjahr des Tieres. Die Schur erfolgt meist
im Frühjahr. Zudem wird Wolle auch darin unterschieden,
wann und wie oft geschoren wird.

Modern oder klassisch, grün, gelb, rot, bunt oder naturbelassen – bei BAGHERPUR findet sich für jeden Geschmack das passende Schmuckstück für Ihren persönlichen Wohntraum.

Bei Handwebteppichen wird die gesamte Rohwolle für die Teppich­herstellung von Spinnerinnen in Handarbeit versponnen. Diese wird gekennzeichnet durch eine Art Maserung, die durch die unregelmäßige Stärke der einzelnen Fäden entsteht. Besonders Teppiche mit wenig Muster oder gar keinem Muster erhalten dadurch ihre Eigenart, wie die Gabbeh.

Baumwolle

Baumwolle ist sehr widerstandsfähig und eignet sich besonders
gut dazu, die Belastungen auszuhalten, denen das Grundgewebe
des Teppichs ausgesetzt ist. Nach Wolle ist Baumwolle das bevorzugte
Material bei der Herstellung edler Knüpfwerke.

Die Baumwollpflanze selbst ist ein strauch- bis baumartiges Gewächs,
das jährlich neu angebaut wird. Die reife Fruchtkapsel platzt und die
Fasern der Baumwolle quellen heraus. Diese Faserbällchen werden
per Hand oder maschinell eingesammelt und entkörnt, das Egrenieren ist
das Abtrennen der Samenhaare von den Samenkörnern. Baumwollfäden
sind sehr zugfest und robust und haben sich als Träger für die
Knoten im Grundgewebe in Schuss und Kette durchgesetzt.
Für den Flor sind sie ungeeignet.

Seide

Seide ist das wertvollste und dauerhafteste Material für die Herstellung edler Knüpfwerke. Sie fühlt sich weich an, hat einen besonderen Glanz und erlaubt eine viel feinere Knüpfung und damit die Herstellung sehr raffinierter Stücke.

Naturseide wird aus den Kokons des Maulbeerspinners gewonnen. Die Herkunft dieses Insektes ist China. Über Korea kam die Zucht nach Byzanz und ins südliche und mittlere Europa und wurde hier in Italien und dann in Frankreich zu Stoffen verarbeitet.

Zehn Tagen nach der Eiablage schlüpfen Raupen, die ausschließlich frische Blätter des Maulbeerbaums fressen. Nach vier Wochen sind sie fingerdick und verpuppen sich. Bevor die Spinner schlüpfen, werden die Larven in den Kokons durch heißes Wasser oder Wasserdampf abgetötet. Dabei lösen sich die äußeren Lagen. Jetzt wird die Haspelseide von den Kokons „abgehaspelt“, d. h. abgewickelt und aufgespult. Ein Kokon kann bis zu 25.000 m Faden ergeben.

Nessel

Nessel ist eine weitere Pflanzenfaser, die sich hervorragend eignet,
um ganz besondere Teppiche herzustellen. Gewonnen aus der
Brennnesselpflanze hat sie einen natürlichen Glanz und schimmert
in Platintönen.

Stoffe aus Brennnesseln gab es bereits vor Jahrtausenden. Im letzten
Drittel des 19. Jahrhunderts lebte das Interesse an der heimischen
Faserpflanze aufgrund einer Baumwollknappheit wieder auf. Um 1900 galt
Nessel als das „Leinen der armen Leute“. Ab Anfang der 1990er Jahre
ist es zu einer Wiederbelebung des Interesses an heimischen
Faserpflanzen gekommen.

Die hervorragenden Eigenschaften der Brennnesselfaser sind unter
anderem ihre hohe Reißfestigkeit, die extrem hohe Feuchtigkeitsaufnahme,
eine Bauschfähigkeit ähnlich der Baumwolle und ein edler Glanz.

Hanf

Hanffasern sind Fasern aus dem Bast der Hanfpflanze. Die Fasern der Nutzhanfsorten werden als Faserwerkstoff für unterschiedliche Anwendungen genutzt. Die ältesten Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen dabei bis in das Jahr 2800 v. Chr. zurück. Aufgrund ihrer Eigenschaften, vor allem der Festigkeit, wurden sie bis weit in das 20. Jahrhundert zur Herstellung von Segeltuch, Tauen und Seilen genutzt. Heute finden sie unter anderem Verwendung in Textilien und Knüpfwerken.